Straßennamen

In dem Buch von Erwin Dickhoff "Coesfelder Straßen", herausgegeben 1994 im Verlag Peter Pomp Bottrop-Essen, ISBN 3-89355-101-8, als Beitrag zur Coesfelder Geschichte und Volkskunde, Band 3, vom Heimatverein Coesfeld e.V., findet sich auch etwas zu den Straßennahmen im Goxeler Wohngebiet. Zu folgenden Straßen gibt es Informationen (gewünschte Straße anklicken):

Am Monenberg  Berningweg Heideweg 
Rekener Postweg Tütenkuhlenweg Wenneberg
Wittenfeld  Witte Sand Zur Hasenkapelle


Einen größeren Plan der Straßen im Wohngebiet Goxel finden Sie hier.

 


  Witte Sand

Benannt am 10. August 1955


In der Flur XXIV genannt Monenberg gibt es nach dem Urkataster von 1826 ein Flurstück, das als "Witte Sand" bezeichnet wird. Im Coesfelder Kreisblatt vom 11. März 1870 macht die Fürstlich Salm-Horstmarsche Rentei den Verkauf von Holz im"Weißen Sande" bekannt. 


  Wenneberg


Benannt am 14. Februar 1969



In der Vorlage für den Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Coesfeld-Kirchspiel heißt es in der Begründung zur Benennung der o.a. Straße: "Neben dem Monenberg ist Wenneberg eine alter Katasterbezeichnung." Eine Flur- oder Katasterbezeichnung "Wenneberg" konnte im Kirchspiel Coesfeld nur in der Bauerschaft Harle ermittelt werden. Eine genauere Überprüfung der Flurbücher zu den Fluren XXIII gen. Goxel und XXIV gen. Monenberg des Urkatasters hat ergeben, dass dort lediglich die Bezeichnung "Monenberg" vorkommt.
Wahrscheinlich liegt hier eine Lesefehler vor; denn der Buchstabe M hat in der Handschrift des damaligen Schreibens große Ähnlichkeit mit einem  W. Ein ungeübter Leser kann daher aus dem deutschen "Monenberg" leicht ein "Wenenberg" oder "Wenneberg" herauslesen. Eine Befragung ortskundiger Personen führte ebenfalls zu keinem Ergebnis.


  Zur Hasenkapelle


benannt am 21. Juni 1951

Der Straßenname bezieht sich auf die "Hasenkapelle" in Stevede, die vor etwa 150 Jahren auf dem Grund und Boden des Hofes Wichmann errichtet worden ist. Wahrscheinlich gab es schon vor dieser Backsteinkapelle an gleicher Stelle ein Heiligenhäuschen, da das vorhandene holzgeschnittene Kreuz wesentlich älter als die Kapelle ist. Es dürfte wohl aus der Werkstatt des bekannten Coesfelder Bildhauers Johannes Rendeles stammen. Es ist aber auch möglich, dass hier früher einmal eine Kluse gestanden hat. Bei den zum Hofe Wichmann gehörenden Grundstücken kommt mehrfach die Lagebezeichnung "Kluse" vor: Über die Herkunft des Namens "Hasenkapelle" gibt es weder schriftliche noch mündliche Überlieferungen. Der Name dürfte ebenso wie die Bezeichnung  "Hasenfriedhof" für ein benachbartes Waldstück auf sogenanntes Jägerlatein zurückgehen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es auch in der Bauerschaft Harle einen "Hasenfriedhof" gab. Mittels einer Anzeige vom 17. Dezember 1841 macht der Coesfelder Commisär Wedewer bekannt, dass "in dem Busche des Zeller Albring in Harle auf dem sogenannten Hasen-Friedhof 200 - 300 Haufen Buchen-Brennholz verkauft werden sollen". 


  Tütenkuhlenweg

Benannt am 5. Dezember 1955

Der Name erinnert an den Heidesse in der Bauerschaft Goxel, der früher auch "Wilmers Tütenkuhle" genannt wurde nach dem Bauern Wilmer als Eigentümer des Sees und der angrenzenden Wälder. (Venn-)Tüte ist im münsterländischen Platt der Name für den Großen Brachvogel. Der Heidesee ist bereits 1937 in das Verzeichnis der Naturdenkmale des Kreises Coesfeld aufgenommen worden.


  Berningweg

benannt am 5. Dezember 1955

Der Grund und Boden, auf dem die Straße ausgelegt wurde, gehörte früher zum Hofe Berning (heute Aehling) in Stockum. Die Geschichte des Hofes Berning und der aufsitzenden Familien ist ziemlich verwickelt und reicht weit in die Vergangenheit zurück. (Mehr dazu in dem genannten Buch "Coesfelder Straßen" auf Seite 69 ff.)


  Am Monenberg

Die Benennung erfolgte durch die Gemeinde Coesfeld-Kirchspiel am 21. Juni 1951 mit "Monenberg". Am 5. Dezember 1955 wurde eine Verlängerung der Straße mit "Am Monenberg" bezeichnet. Seit dieser Zeit wird die ganze Straße unter der Bezeichnung "Am Monenberg" geführt

Beim Monenberg handelt es sich um die Bezeichnung eines größeren Flurabschnitts in der ehemaligen Flamscher Mark. Der eigentliche Monenberg ist ein mächtiger Erdhügel von etwa 25 m Durchmesser und 2,5 bis 3 m Höhe. Die Kuppe ist heute abgeflacht; im Jahre 1946 war die annähernd rechteckige Hügelschüttung in Form einer stumpfen Pyramide noch gut zu erkennen. Neben Wahrkamp und Brink gehörte auch der Monenberg zu den Richtstätten des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit. Diese Richtstätten waren nicht zeitlich nacheinander, sondern nebeneinander in Gebrauch. Im Jahre 1544 wurde ein gewisser Hinrich van Reken wegen Pferde- und Schafdiebstahls am Monenberg gehängt.
Der Galgenhügel "Monenberg" ist wegen seiner volkskundlichen und siedlungsgeschichtlichen Bedeutung in die Denkmalliste der Stadt Coesfeld aufgenommen worden.


  Rekener Postweg

benannt am 21. Juni 1951

Am 1. März 1865 wurde in Groß-Reken eine Postexpedition II. Klasse eröffnet. Ob und seit wann vorher eine Postverbindung zwischen Coesfeld und Reken bestanden hat, lässt sich mit Sicherheit nicht beantworten, da entsprechende Hinweise fehlen.
Auf einer Karte "Theil von Berg" (um 1810) findet sich kein Anhaltspunkt für einen Weg von Coesfeld nach Reken. Von Reken aus besteht nur eine Anbindung an Dülmen und an die Straße Haltern - Wesel. Auf der "Karte der Postverbindungen der Oberpostdirektion Münster 1857" ist Reken postalisch nicht verzeichnet.
Allerdings scheint es 1828 doch schon einen Weg von Coesfeld nach Reken gegeben zu haben. In diesem Jahre schließt Wilhelm Fürst zu Salm-Horstmar mit der preußischen Domänenverwaltung einen "Kaufvertrag betr. Markengrund aus der Flamscher Mark am Wege von Coesfeld nach Groß-Reken." Ob es sich dabei um den Postweg handelt, ist fraglich.
Aus dem "Hochstifts Münsterischen Hof- und Adreß-Calender für das Jahr 1786" ergibt sich, dass der Borken- oder Bocholdsche Bote" jeden Freitag von Münster aus zu Fuß nach Bocholt, Borken, Ramsdorf, Rhede, Velen, Heiden, Reken, Raesfeld, Nottuln und Coesfeld abging. Ob er auf diesem Wege von Coesfeld aus unmittelbar nach Reken gegangen ist, lässt sich daraus nicht ersehen.
Worauf sich die Benennung "Rekener Postweg" letztlich stützt, konnte auch bei Alteingesessenen nicht in Erfahrung gebracht werden.


  Heideweg

Benannt am 21. Juni 1951

Der Name erinnert an die Goxeler Mark, die zu einem großen Teil aus Heideflächen bestand.


    Wittenfeld

benannt am 21. Juni 1951

 

Der Name "Wittenfeld" ist im Urkataster von 1826 weder als Hof- noch als Flurname nachzuweisen. Es liegt nahe, hier eher an einen Familiennamen zu denken. Im Flurbuch zur Katasterurkarte von 1826 finden sich die Flurstücke Nr. 401 "Witfelds Eggestück" und Nr. 402 "Witfelds Kamp", Namen, die auf ein ehemaliges Besitzverhältnis hinweisen.

Die Wit(t)felds gehörten im 16. und 17. Jahrhundert zu den führenden Schichten der Stadt. Sie verfügten innerhalb und außerhalb der Stadt über umfangreichen Grundbesitz. Johann Witfeld war von 1594 - 1599, Bernhard Witfeld 1659 und 1666 Bürgermeister von Coesfeld. Weitere Angehörige der Familie lassen sich als Kämmerer, Provisoren und Kirchemeister nachweisen.

"Wittenfeld" ist auch der Name der Nachbarschaft, die 1955 in diesem Siedlungsgebiet gegründet wurde.


© 2005 · Herausgeber dieser Seiten: Schützenverein und Nachbarschaft Wittenfeld
Impressum und Kontakte